Ich werde öfter von Leuten gefragt was mein schlimmstes Erlebnis als Bestatterin gewesen ist. Sie erwarten dann grausige Todesfälle oder dramatische Trauerreaktionen.
Tatsächlich sind für mich andere Dinge schlimm.
Beispielsweise die alte Dame, deren Mann gestorben war. Sie hat ihn lange gepflegt.
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Ich weiss, dass es nicht ihre Zuständigkeit ist, aber gibt es ein Casé Management in der Stadt?
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Das case Management ist ja an eine Institution z.B. eine Klinik angegliedert soweit ich weiß. Es gibt Besuchsdienste oder Angebote für trauernde Menschen. Aber die Begleitung der Dame ist schon eine Weile her. Mittlerweile ist sie auch gestorben.
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Das würde mich auch sehr berühren. Darf ich das reposten?
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Wer sein Geld mit der Beerdigung von Kompost verdient, darf nicht so zimperlich sein. Der Totenkult, dem wir anhängen, macht die Kirche und die Bestatter reich. Ich finde es schauerlich, was man für ein Begräbnis zahlen MUSS. Bigotterie und Totenkult sind Geschwister.
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Ich frag wen wir noch als Unterstützung anrufen können. Sie zuckt mit den Schultern. Es waren am Ende nur noch die beiden. Ihre Freundin ist schon vor zwei Jahren gestorben. Es gab mal eine Kusine, aber die Telefonnummer in ihrem Adressheftchen geht ins Leere. Die meisten Namen sind durchgestrichen.
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Sie kann schlecht laufen, geht kaum noch raus. Sie war schon einsam als ihr Mann noch lebte, jetzt ist sie ganz allein. Sie freut sich immer sehr wenn ich komme und wir die Kremation planen und die Trauerfeier. Sie kauft Gebäck und deckt den Kaffeetisch. Sie ist übrig geblieben aus einem Leben,
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