Sie kann schlecht laufen, geht kaum noch raus. Sie war schon einsam als ihr Mann noch lebte, jetzt ist sie ganz allein. Sie freut sich immer sehr wenn ich komme und wir die Kremation planen und die Trauerfeier. Sie kauft Gebäck und deckt den Kaffeetisch. Sie ist übrig geblieben aus einem Leben,
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dass es nicht mehr gibt. Ich bleibe länger als ich eigentlich will. Ich weiß, wenn die Beerdigung vorbei ist und ich mich verabschiede, gibt’s niemanden mehr. Sie bleibt zurück, allein, unbeachtet, leere Tage vor sich. Das Einkaufengehen sind ihre sozialen Lichtpunkte und sie fürchtet sich vor dem
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Heimkommen, wenn alles wieder still wird. Keine angenehme Stille, sondern eine, die bleiern drückt und alles umfängt, die Zimmer und ihr Herz.

Das sind Begleitungen, wo ich nicht gut gehen kann, die mir nachhängen, die mich hilflos machen.

Danke fürs Lesen! 💚
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